Mittwoch, 13. Dezember 2017
 
   
 



LINKS:

GREEN LIVING
UNStudio Tower
Kleine Grafik-Nachhilfe: Moiré ist ein Muster, das bei Überlagerung von regelmäßigen Rastern auf transparen­tem Grund entsteht. Damit spielt die Fassade des 21-stö­cki­gen UNStudio Towers. Weiße Aluminiumbänder übernehmen den Part der horizontalen Linie. Indem sie sich mit verschiedener Stärke und Tiefe um das Gebäude „wickeln“, korrespondieren sie auch mit spezifischen Anforderungen punkto Lichtschutz. Das vertikale Element wird erst auf den zweiten Blick sichtbar: Aussparungen, die einen Dialog von Fassade und Gebäudeinnerem herzustellen suchen. Beides ergibt eine ungewohnt aktive Außenhaut.
Spezialtipp: Typisch UNStudio, also Ben van Berkel, wurde auf Nachhaltigkeit (etwa Brauchwasseraufbereitung und ein Energiesparsystem, das den Energieverbrauch um bis zu 35 Prozent reduziert) höchster Wert gelegt.
Adresse: Gustav Mahlerlaan
Architektur von: UNStudio, www.unstudio.com, in Zusammenarbeit mit Van den Oever, Zaaijer & Partners Architecten


RECHTS:

GO & SEE
Schiphol G7 gate
Üblicherweise ist ja nicht die Reise das Ziel, beim G7 Gate am Amsterdamer Flughafen sollte man aber vielleicht umdenken. In einem bemerkenswerten Pilotprojekt haben der Airport und Philips ein innovatives Gate designt, welches das Wohlergehen der Passagiere fördern soll. Philips setzte dazu unter anderem 1.000 fluoreszierende LED-Leuchten ein. Die pulsieren bei Ende des Check-ins und
leuchten sonst wohltuend in Relaxfarben.
Spezialtipp: Im Premium-Wartebereich gibt’s wie in guten Hotels einen Concierge-Service. Und nicht zu vergessen: Man relaxt ganz entspannt auf Moroso-Sesseln. Adresse: www.schiphol.nl
Design von: Intos Interieurmakers, www.intos.nl, Philips, www.philips.com, Studio Linse Amsterdam, www.studiolinse.com
Interior von: Moroso, Philips

HOTEL
Canal House
Der Stadtteil Jordaan gilt als kulturelles Herz der Grachtencity und als historischer Händlerbezirk. Canal House, das 23 Gästezimmer umfassende neueste Boutiquehotel der Stadt, krallte sich gleich drei typische Jordaan-Häuser – alle aus dem 17. Jahrhundert –, um darin viel Sehenswertes zu inszenieren. Der Fokus des Designs ist klar: viel zeitgemäßer Glamour, ausgeführt im komfortablen Stil des zu Recht berühmten neuen niederländischen Designs. Dabei werden Elemente der umliegenden geschichtsträchtigen Gegend aufgegriffen.
Spezialtipp: Der große Garten, ein eigenes Gartenhaus sowie das Sommerhaus geben ideale Locations für private Feiern ab – tolle Bar und Festsaal inklusive.
Adresse: ­Keizersgracht 148, www.canalhouse.nl
Architektur von: Concrete Architectural Associates, www.concreteamsterdam.nl
Interior von: Moooi, Dornbracht u. a.

CLUB
Air
Der Clubbing-Gemeinde ist die Adresse Amstelstraat vertraut, befand sich hier doch der legendäre Club „iT“. Nun inszeniert der Holländer Marcel Wanders einen Erfolg versprechenden Neustart und erweist sich einmal mehr als Meister der Imagination. Der neue Club „AIR“ überzeugt mit einem ausgewogenen Mix aus theatralischer
Inszenierung und Intimität. Die von sehr unterschiedlichen Stilen geprägten Teilbereiche erzielen prompt das gewünschte Resultat: Wandern durch Wanders komplexe Welten – sie erschließen eine zusätzliche Dimension.
Spezialtipp: „AIR“ punktet mit A’dams bestem audiovisuellem System.
Adresse: Amstelstraat 16, www.air.nl
Interior von: Marcel Wanders, www.marcelwanders.com

BAR
Momo
Viel Licht, helle Farben und Polstermöbel wie eine fantastisch-surreale Blumenwiese. Damit überrascht das im Erdgeschoss eines Hotelbaus versteckte „Momo“. Die Leichtigkeit des Inte­riors wird durch Glas­wände verstärkt, aber auch durch die lang gezogene Bar, die sich ganze 360 Grad durch den Raum zieht. Edelstahl-Elemente und das weiße Leder der ­Barhocker machen den schönen
Menschen Konkurrenz.
Spezialtipp: Die panasiatische Küche lockt lokale TV-Starlets und ­Amsterdamer Media-Promis an.
Adresse: Hobbemastraat 1, www.momo-amsterdam.nl
Design von: BK Architects, bkarc.com
Interior von: Cappellini u. a.


 

 

 

Die Diamantencity funkelt in neuen Facetten: Holländisches Avantgarde-Design krempelt Lager- und Kaufmannshäuser um – und macht Amsterdam zur Stadt für den zweiten Blick.

 

Text

Broňa Tarnócy

 

Fotos

Precinct 5, Asics, UNStudio Tower, 2010, UNStudio ©, Christian Richters;
Canal House: photography room: Amy Murrell pre Concrete, Mazzo: Ewout Huibers, Presse

 

 

 

Komplette Story: H.O.M.E. Juli/August 2011