Dienstag, 21. Mai 2019
 
   
 


Mai 19

 

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LIEBE LESERINNEN, LIEBE LESER!

 

Willkommen in der Frauen-Modern-Living-H.O.M.E.!

 

Mailand! Jeder April bedeutet in der Designwelt einen Neuanfang, ein Ende oder eine Wiedergeburt – dank der wichtigen Möbelmesse Salone del Mobile.
Gute 25 Jahre bin ich front row in diesem Spektakel. Die zahllosen Events, die Produktneuheiten sind so zahlreich wie Sand am Strand. Menschenmassen aus aller Welt in endlosen Walzen prägen die Stadt eine ganze, intensive und ­energiereiche Woche lang. Die Show ist groß und die Qualität wie Eindrücke sind bleibend. Mein Resümee-Gefühl ist dennoch, mich in einem Riesen-Kaleidoskop von Lookalike-Wohnmosaiken befunden zu haben. Auf hohem Niveau ist der Look von Marke zu Marke, Stand zu Stand ähnlich anmutend und seelenverwandt. Der sleeke, smarte  Style ist in der Mitte angekommen. Wenn alles gut ist, tut man sich naturgemäß immer schwer zu sagen, was besser ist. Es ist Ihr Geschmack, der den Vorzug geben wird.

Mein Lieblingsprodukt ist allerdings etwas, das ich noch nie gesehen habe und das es noch nicht gegeben hat. Es ist das Nischenmöbel für Kleider im Bedroom, welches das Shanghaier Designerduo Lyndon Neri und Rosanna Hu für Molteni&C  geschaffen hat. „Twelve A.M.“ heißt die Kollektion, bestehend aus Bett und ­Bettbank und eben meinem Favoriten – der Neuerfindung des stummen Dieners oder, anders gesagt, die Garderobe für den Tagesbedarf im Handyformat. Es ist eine Bettbank mit hohen, sehr hohen Lehnen, einer Ablage für Schmuck und Uhren und einer Möglichkeit, das Tagesgewand zu hängen. Das Nischenteil ist dekorativ und extrem praktisch. Es ist das erste seiner Art – da bin ich sicher.

In jedem Fall werden die neuen Möbel aus Mailand unser Zuhause noch schicker machen. Viele davon haben eine weibliche Note und umso öfter sind die Schöpfer dieser Dinge Mütter – Frauen im Design stehen hoch im Kurs. Hier in dieser H.O.M.E. ist die weibliche Schaffenskraft zu Hause. Die H.O.M.E.-Redaktion wollte eine Ausgabe den Frauen unter den Formgebern widmen und ihnen ­huldigen. Das ist vielleicht nicht neu, aber man kann die Pionierinnen wie auch die gegenwärtigen Ikonen nie oft genug ins Licht bringen. Gerade im Design und in der Architektur mag wohl das Patriarchat einbetoniert gewesen sein. Doch das war einmal – wie Sie in dieser H.O.M.E. sehen werden.

Viel Vergnügen!



 

 

Alexander Geringer Chefredakteur

 

 

 

Die nächste Ausgabe erscheint am 14. Juni 2019