Donnerstag, 25. Mai 2017
 
   
 



Es ist wirklich nicht so, als würden sich Frauen erst für Technik interessieren, seit es Rechner mit rosafarbenen Gehäusen gibt, die suggerieren, dass sie für sie gemacht seien. Auch die weit aufgeknüpfte Büromaus mit dem viel zu kurzen Rock, die hilflos die weit aufgerissenen Augen auf den männlichen Kollegen richtet, wenn sie technisches Gerät erblickt, ist irgendwann nach den 60er-Jahren ausgestorben. Treffen wir sie heute in Form der Vorzimmerdame der Whiskey trinkenden Werber von Stanley Cooper in der US-Serie „Mad Men“, lachen Frauen auf und sind sich absolut gewiss, diese Zeiten für immer hinter sich gebracht zu haben. Ein Blick auf die männliche Seite vom Sofa lässt ahnen: Hier wird hinter gefasster Fassade leise getrauert. Denn längst müssen sich Männer Vorträge von Kolleginnen über die Vorteile des neu installierten Betriebssystem gefallen lassen. Den Kurztastenbefehl für „Papierkorb entleeren“ kennen sie eher aus praktischer Veranlagung, nicht etwa, weil sie so penible Hausfrauen wären. Was Frauen und Männer außerhalb ihrer die Arbeitsabläufe betreffenden Aktivitäten am Computer machen, ist so grundverschieden, wie es ihre Autofahrerqualitäten sind. Nicht nur hinter dem Steuer (und das ist keine Klischeeannahme, sondern statistisch belegter Fakt) sind Frauen das besonnenere und konstruktivere Geschlecht, sondern auch am Rechner. Was Frauen mit ihm machen, ist – obwohl im Sitzen ausgetragen – oft eine Form der geistigen Fitness. Verwandelt er sich am Monitor gerne in den im Bestfall unbesiegbaren Actionhelden, führt sie lieber das Gehirn im Joggingschritt eine Runde um den virtuellen Block.

 

 

 

Computerspiele sind nur was für Männer? Stimmt gar nicht! Frauen spielen auch, nur anders. Statt beim Ego-Shooter ins Schwitzen zu geraten, bleiben sie ruhig sitzen und trainieren per Rechner und Gadget das Köpfchen. Schlau, oder?

 

 

Text

Sandra Piske 

 

Fotos

Shutterstock, beigestellt

 

 

 

Komplette Story: 

H.O.M.E. September 2010