Mittwoch, 16. August 2017
 
   
 



i-HOUSE
Schmal, leicht, leistungsfähig und revolutionär – ein Leben wie im Tablet-Computer. Zahlenspiele aus der Fibonacci-Reihe verleihen der Eternit-Fassade ihren speziellen Look


Wenn Matthias Horx morgens aufwacht, fühlt er sich wie der Kommandeur eines Raumschiffes. Atemberaubend ist der Ausblick auf die Morgenröte, die durch riesige Panoramafenster in sein Schlafzimmer dringt. Das Future Evolution House am westlichen Wiener Stadtrand ist tatsächlich wie ein teleskopischer Ausguck, auch hinsichtlich zukünftiger Wohnformen, die schon heute möglich sind. Visionär Horx hat eine private Utopie realisiert und seine Erkenntnisse als Trend- und Zukunftsforscher in einem Bauwerk manifestiert, das vorwegnehmen soll, wie die Menschen in Zukunft leben werden. Der optimistische Bungalow, bar jeder Zukunftsangst, ist seit wenigen ­Monaten der neue Lebensmittelpunkt seiner vier­köpfigen Familie.


Ehefrau Oona Strathern steht bereits in der Küche und nimmt mit ihrem neuen Hausfreund vorlieb, genannt „Quooker“. Ein Wasserhahn, aus dem bei Bedarf kochendes Wasser sprudelt. Strathern ist Britin und daher professionelle Teetrinkerin. Simpel, aber genial. Der Speicher fasst drei Liter und ist energiesparend, da bestens isoliert. Auch Spaghetti gehen mit dem Wunderding superflott.  

Wenig später betritt Matthias Horx im schicken Designer-Anzug und mit seiner Lieblingsmusik im iPad den Knotenpunkt des Hauses – „The Hub“, der Ort der Zusammenkunft, mit offener Küche und einer Lounge mit Kamin. Die bequeme Couch ist von zwei schwarzen Trümmern flankiert, die wie umgestülpte Tröten aussehen. Es sind die kabellosen Stereo-Lautsprecher „Parrot“ von Philippe Starck, die Musik via W-LAN empfangen und verstärken können. Horx fummelt am Touchscreen seines iPads rum, im Audio-Menü. Minutenlang kein Pieps. „Das muss doch …“, murmelt er. Plötzlich ­donnern Beats durch den Raum, in Brachiallautstärke. Aus den Gladiolen pudert Blütenstaub. „Ahhh!“, ruft Horx, sichtlich zufrieden. „So geht das!“

 

 

 

IM iPAD ZU HAUSE

 

Der Trendforscher Matthias Horx hat ein Zukunftshaus errichtet, das wie ein Tablet-Computer aussieht – und es funktioniert sogar so ähnlich. H.O.M.E. ging „online“ und stellte fest: So smart war intelligente Hauselektronik noch nie

 

 

Text

JIMMY DEIX

 

Fotos

PHILIPP KREIDL




Komplette Story: H.O.M.E. November 2010