Montag, 23. Oktober 2017
 
   
 



Unterteilt Während im Ober- und Untergeschoss Glas und Beton in der Fassade dominieren, ist die mittlere Etage mit Zedernholzlatten verkleidet


Groß war das Gelände in einem ruhigen Stadtteil von München­ nicht gerade, für das sich die Bauherren ein helles, modernes und geradliniges Haus wünschten. Gerade mal 580 Quadratmeter standen den Architekten Susanne Muhr und Volker Petereit von Lynx Architekten zur Verfügung, umgeben von Staffelbauten aus den 70er-Jahren, an denen man sich bei der Bebauung orientieren und zu denen Mindestabstände eingehalten werden mussten. „Es bedurfte vieler Überzeugungsarbeit, bis die zuständigen Behörden unseren Entwurf mit drei Geschossen absegneten und wir mit dem Bau beginnen konnten“, schildert Susanne Muhr die größte Herausforderung ihres Projekts. Immerhin: Nach oben hin hatten die Architekten jetzt Platz. 240 Quadrat­meter Wohnfläche konnten sie auf diese Weise unterbringen.


Von außen fällt sofort die klare kubistische Form des Gebäudes auf, die es deutlich von den Nachbarhäusern unterscheidet. „Die charakteristische Würfelform der Bauhaus-Ära war ein Vorbild“, sagt die Bauherrin, die in der Münchner Innenstadt eine Schmuckgalerie betreibt. Trotz des klaren Vorbilds sollte die Form modern interpretiert werden. „Wir wollten es nicht einfach weiß streichen, sondern Beton und Glas mit Holz kombinieren.“ Die Fassade ist horizontal gegliedert: Während das Erdgeschoss und der zweite Stock großflächig mit Glasfaserbetonplatten ver­sehen sind, setzt das mittlere Geschoss mit einer Verkleidung aus Zedernholzlatten einen warmen Kontrast. Von innen lassen sich die Fenster dort mittels Klappläden öffnen.
Man betritt das „Haus Ka“ durch eine imposante Eingangstür oder – wenn man mit dem Auto kommt – über einen direkten Zugang von der Garage aus, der ins Zentrum des Erdgeschosses führt. An den Eingängen zeigen sich bereits die Liebe zum Detail und die Präzision, mit der Architekten und Bauherren an das Projekt herangingen. Wie ein Wandelement fügt sich die 1,60 Meter breite Tür bündig in die Fassade ein. Das Garagentor geht plan in der Betonverkleidung auf und ist fast unsichtbar. Beide Eingänge führen in den kombinierten Wohn- und Essraum mit Küche. Auf einen Windfang am Eingang hat man zugunsten einer offenen Raumgestaltung verzichtet. Flure sucht man im ganzen Haus vergeblich. Ein beweglicher Garderobenschrank dient als fahrbarer Raumteiler.

 

 

 

 

Bauhaus 2011. Für ein designverliebtes Paar entwarfen die Münchener Lynx Architekten ein geradliniges Haus mit viel Platz fürs gemeinsame Leben und Entspannen


 



 

Text

Judith Jenner

 

Fotos

Michael Ingenweyen, Gisela Schenker, Gunter Bieringer

 

Komplette Story: H.O.M.E. April 2011